World Vision geschockt über Ermordung von sieben Mitarbeitern in Pakistan 

In Pakistan sind am 10. März sechs Mitarbeiter der internationalen Hilfsorganisation World Vision ermordet worden. Ein weiterer Kollege erlag drei Tage später seinen schweren Verletzungen.

Ersten Schilderungen zufolge attackierten etwa 15 bewaffnete Täter das World Vision-Büro im Mansehra-Distrikt, 65 Kilometer nördlich von Islamabad. Sie zündeten offenbar Bomben oder Granaten und eröffneten dann das Feuer. Sechs pakistanische Mitarbeiter wurden getötet, darunter zwei Frauen. Acht Kollegen wurden zum Teil schwer verletzt.

„Wir sind geschockt über den brutalen Angriff und diesen sinnlosen Tod unserer Kollegen“, sagt Christoph Waffenschmidt, der Vorstandvorsitzende von World Vision Deutschland. „Diejenigen, die die Helfer getötet haben, müssen wissen, dass sie ihre eigenen Landsleute umgebracht haben und noch dazu Menschen, die sich gegen Armut und für bessere Lebensbedingungen in ihrem Land eingesetzt haben.“

Über die Hintergründe der Tat kann bisher nur spekuliert werden. Alle Mitarbeiter in dem World Vision-Büro gehörten dem muslimischen Glauben an. Sie waren aufgrund der Hilfe bei der Bevölkerung akzeptiert und angesehen. Es hat im Vorfeld dieser Tat weder Hinweise auf einen Anschlag noch einen Drohbrief gegeben. Grundsätzlich seien in der Region Pakistans westliche Organisationen angefeindet worden. World Vision hat alle Hilfsmaßnahmen in Pakistan bis auf Weiteres eingestellt.

Die Hilfsorganisation World Vision engagiert sich seit 1992 in Pakistan, insbesondere mit humanitärer Hilfe. In dem betroffenen Büro im Distrikt Mansehra arbeiten einheimische Mitarbeiter. 2001 wurde der Einsatz auf die Provinzen North West Frontier und Punjab erweitert. Nach dem Erdbeben 2005 im Norden Pakistans versorgte World Vision zigtausende Familien mit Lebensmitteln, Medikamenten und Kleidung. Auch nach den Unruhen 2009 in den Bergregionen Swat, Buner und Lower Dir halfen World Vision-Mitarbeiter tausenden Flüchtlingen.

Aktuell führt World Vision zwei Projekte für Kinder und deren Familien in 22 Gemeinden der North West Frontier Provinz durch. Zum einen werden Bildungsmöglichkeiten und die landwirtschaftliche Entwicklung gefördert. Zum anderen geht es in einem Mutter-Kind-Projekt darum, Schwangere zu betreuen und die Entwicklung von Kindern unter fünf Jahren zu verbessern.
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