28.05.2020

10 Fakten über Mali, die dich staunen lassen

Lerne Mali einmal anders kennen

Autor: UBauer

Mali liegt im Westen Afrikas – das ist den meisten von uns noch bekannt. Aber was wissen wir außerdem über dieses vielfältige Binnenland? Lerne hier mit diesen 10 lustigen, interessanten oder unglaublichen Fakten Mali besser kennen.

 

1. Flüsse mit Ländernamen:

Zwei wichtige Flüsse fließen durch Mali – und heißen wie zwei angrenzende Länder: der Senegal im Westen und der für das Land sehr wichtige Niger, der auf etwa 1.700 Kilometern mit einem großen Bogen durch das Land fließt.

 

2. Krokodilteich:

Malis Hauptstadt Bamako mit seinen mehr als einer Million Einwohnern liegt am Niger. In der Sprache des malischen Volkes der Bambera bedeutet Bamako „Krokodilteich“, weil dort am Fluss früher viele Krokodile vorkamen.

Mädchen am Niger
Sada hat Wasser für ihre Mutter geholt. Jetzt erfrischt sie sich noch kurz am Niger.
Niger bei Bamako
Niger bei Bamako, der Hauptstadt Malis

3. Legendär: Timbuktu

Die bekannteste Stadt Malis liegt in der Nähe des Niger und ist an einer Oase mit Brunnen entstanden. Angeblich hat das Nomadenvolk der Tuareg die Sklavin Buktu hier mit einer Ziegenherde zurückgelassen, um den Brunnen zu bewachen. Daher auch der Name, der „Brunnen der Buktu“ bedeuten soll. Timbuktu wurde ein wichtiges Handelszentrum zum Beispiel für Gold, Salz und auch Sklaven. Heute kämpft die Stadt gegen die Versandung, denn die Sahara dehnt sich immer weiter nach Süden aus.

Für eine bessere Ernte: Bäume beschneiden statt fällen

„Der Boden war so ausgelaugt, dass ich nur jedes zweite Jahr anbauen konnte“, erzählt Sidi Toure, ein Bauer in der Region Koulikoro in Mali. Jahrelang kämpfte er, um zu überleben. Die Situation war so verheerend, dass die Kinder nicht zur Schule gehen konnten. Als Vater von fünf Kindern war er verzweifelt.

Sein Land war vier Hektar groß und er erzeugte kaum zehn bis 15 Säcke Hirse und Sorghum pro Ernte, eine Ernte, die seine Familie für die nächsten 24 Monate satt machen musste. „Unsere Ernährungslage war überhaupt nicht sicher”, erinnert sich Sidi und auch daran, wie oft seine Kinder krank wurden und nicht so viel essen konnten wie sie eigentlich sollten. Wie viele örtliche Bauern fällte er Bäume, brannte Sträucher nieder und beseitigte jegliches Blattwerk auf seinem Land, bevor er es bepflanzte. Bei Regen gab es dann nichts, was das Wasser aufhielt und es floss mitten durch seine Felder und nahm den Boden mit sich.

2014 traten Sidi und viele andere Bauern aus der Gegend dem Öko-Landbau-Projekt von World Vision vor Ort bei. Ein wichtiger Teil dieses Projektes war es, den Bauern die Methode Farmer Managed Natural Regeneration (FMNR) nahezubringen. Dieser Ansatz war eine komplett neue Welt für Sidi und die anderen Bauern: Sie lernten, aus den verbliebenen Wurzeln in der Erde neue Bäume zu ziehen, sie vor dem Vieh zu schützen und sie zu beschneiden anstatt sie zu fällen. Äste und Blattwerk sollten nicht mehr verbrannt werden, sondern dort belassen werden und verrotten. „Uns wurde auch empfohlen, Steinmauern um die Felder zu bauen, um das Wasser aufzuhalten“, erklärte Sidi und beschloss, diese Methode auszuprobieren.

Fünf Jahre später baut Sidi jedes Jahr an und seine Ernte nimmt stetig zu. „Letztes Jahr erntete ich zwei Tonnen Hirse und Sorghum. Und zusammen mit meiner Frau ernte ich jetzt auch andere Früchte wie Sheanüsse von den Bäumen und wir pflanzen Erdnüsse an.” Heute ist Sidis Landwirtschaft produktiver als jemals zuvor. Seine Kinder essen dreimal am Tag, gehen zur Schule, sind glücklich, gesund und habe eine bessere Zukunft. Dazu brauchte er weder Maschinen noch chemische Dünger oder teure Pflanzenschutzmittel: „Alles was ich tun musste, war die Bedingungen zu schaffen, damit meine Felder sich um sich selbst kümmern können”, fasst Sidi zusammen.

Bauern Sidi aus Mali mit seiner Familie

Bauer Sidi aus Mali mit seiner Familie: Dank der FMNR-Methode haben alle immer genug zu essen.

Sidi aus Mali beschneidet einen Baum nach der FMNR-Methode.

Sidi beschneidet einige der Pflanzen, die nun auf den Feldern wachsen.

Bauer Sidi aus Mali vor seinem Land

Bauer Sidi ist von der FMNR-Methode überzeugt: Sie verhilft ihm zu sehr guten Ernteerträgen.

Shea-Baum in Mali

Der Shea-Baum spielt inzwischen eine wichtige Rolle in Sidis Landwirtschaft und wächst auf allen vier Hektar Land.

4. Seltene Wüstenriesen:

Elefanten, die in der Wüste leben? Ja, die gibt es, aber in nur noch zwei Gruppen weltweit – eine davon lebt in Mali, das sind die sogenannten „Gourma Elefanten“. Sie haben sich angepasst an ein Leben mit Sand, Hitze und Trockenheit. Es heißt, dass sie die größten Elefanten der Welt seien.

 

5. Zahnbürstenbaum:

Der immergrüne Strauch oder kleine Baum wächst nicht nur in Mali, sondern auch in anderen Ländern Afrikas. Zu seinem deutschen Namen kam er, weil man seine Wurzeln, Zweige und Knospen verwendet, um sich die Zähne zu putzen. Dazu muss man nur lange genug darauf herumkaufen, dann fasern sie aus und sehen eben aus wie Zahnbürsten.

 

6. Dreiteilung:

Von Norden nach Süden teilt sich das Land in sehr unterschiedliche landschaftliche Zonen: Der Norden des Landes ist von der Wüste Sahara dominiert, an die sich die Sahelzone anschließt. Der Süden Malis liegt in einem feuchten Tiefland, in dem die Menschen gut Landwirtschaft betreiben können.

Landschaft in Mali
Blick von einer Sanddüne in Richtung des Flusses Niger, der hier bei Gabero in vielen Kanälen vorbeifließt.

7. Frisch verputzt:

Prächtige alte Moscheen gibt es viele in Mali. Sie wurden überwiegend aus Lehm gebaut und mit einem Gerüst aus Holzbalken gestützt, deren Enden aus dem Gebäude ragen. Eine der berühmtesten ist die „Große Moschee von Djenne“, sie gilt als größter sakraler Lehmbau der Welt. Um sie zu erhalten, findet jedes Jahr das Fest „crepissage“ statt, an dem bei Musik und Essen die entstandenen Risse von den Einwohnern Djennes verputzt werden.

 

8. Beliebte Mahlzeit:

Fufu wird in Mali und anderen Ländern Westafrikas sehr häufig gegessen. Es besteht aus Maniokwurzeln, die mit einem schweren Stampfer in einem Mörser zerstoßen werden müssen. Ziemlich anstrengend! Dazu gibt es eine Soße, zum Beispiel mit Erdnüssen.

Herstellung von Fufu
Fufu auf Tellern

9. Armes Land trotz großer Schätze:

Mali zählt zu den ärmsten Ländern der Welt – dabei ist es reich an verschiedenen Bodenschätzen, darunter auch Gold. Nach Südafrika und Ghana ist es der drittgrößte Goldproduzent Afrikas.

 

10. Löwenkönig:

Nicht der „König der Löwen“ aus dem Film ist hier gemeint, sondern der Herrscher Sundiata Keita. Er war der Anführer des Jägervolks der Malinke, die in einer großen Schlacht den letzten König von Ghana besiegten und dadurch im 13. Jahrhundert ein großes und mächtiges Reich aufbauen konnten. Thronfolger Mansa Musa, der Enkel des Löwenkönigs, galt als der reichste Mann seiner Zeit.

Mädchen aus Mali

Seit über 40 Jahren ist World Vision in Mali aktiv. In den 90er Jahren galt es vor allem, die Kindersterblichkeit zu verringern. Das gelang durch Programme zu Ernährung und Impfung sowie Projekte für Trinkwasser. Jetzt geht es vor allem darum, die Gesundheits- und Bildungssysteme zu verbessern. Mikrofinanzdienstleistungen, die World Vision zur Verfügung stellt, helfen, die Armut zu bekämpfen. In unserem Projekt Sourountouna zum Beispiel wurden neue Brunnen gebaut, ein Gesundheitszentrum ausgestattet, jährlich 30 Lehrer fortgebildet und durch verbesserten Anbau konnten die Kleinbauern ihre Erträge steigern.

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Quellen: eigene Recherchen; www.afrika-junior.de; www.kinderweltreise.de; de.wikipedia.org; www.forthegiants.info, www.liportal.de